In der Schwangerschaft / Säugling

 

Essen (fast) wie die Großen - Der Übergang zur Familienkost

 

Ende des ersten Lebensjahres
Gegen Ende des ersten Lebensjahres (10. bis 12. Lebensmonat) nimmt ihr Kind immer aktiver am Familienleben teil. Es schläft weniger, bewegt sich zunehmend im Raum und beobachtet ganz genau, was um es herum geschieht. So interessiert es sich auch zunehmend für Mamas und Papas Teller.

Mitessen am Familientisch
Sobald Ihr Kind frei sitzen kann, darf es im kippsicheren Hochstuhl an der Essgemeinschaft am Familientisch teilnehmen. So wird es neugierig auf das Essen der Eltern und Geschwister, auch wenn es vorher schon seine eigene Mahlzeit gegessen hat. Körperlich ist Ihr Kind so weit entwickelt, dass es langsam immer mehr vom Familientisch mitessen kann. Lassen Sie es ruhig ein paar trockene Nudeln, Kartoffel- oder weiche Gemüsestücke von Ihrem Teller stibitzen. Soll es nichts vom Teller der Eltern bekommen, legen Sie ihm eine Kostprobe auf den eigenen Teller oder geben Sie ihm einen ungesüßten Zwieback oder eine Reiswaffel zum Knabbern in die Hand.

Kinder entwickeln sich in diesem Alter sehr unterschiedlich. Manche Kinder sind mehr am Laufen lernen und „Neues" entdecken interessiert, andere am selbstständig Essen lernen. Gehen Sie auf das Interesse und Tempo ihres Kindes ein, aber drängen Sie es nicht. Begeisterte Breiesser dürfen das auch noch eine Weile bleiben. Lassen Sie Ihrem Kind Zeit, sich nach und nach an das normale Familienessen zu gewöhnen. Der Entwicklungskalender für Essanfänger liefert Anhaltspunkte, wann ihr Kind Fertigkeiten entwickelt, die es für das selbstständige Essen braucht.

 

Tagesplan für den Übergang zur Familienkost
Aus bisher gleich großen Milch- und Breimahlzeiten werden 3 größere Hauptmahlzeiten (morgens, mittags, abends) und 2 kleinere Zwischenmahlzeiten (vormittags, nachmittags). Am Anfang wird die Änderung vielleicht für Unruhe sorgen, mit ein bisschen Geduld werden sich aber alle daran gewöhnen. Achten Sie auf einen gleichbleibenden Mahlzeitenrhythmus, er gibt Ihrem Kind Sicherheit und macht es ausgeglichen.

Mittagessen: Die Mittagsmahlzeit bleibt in ihrer Zusammensetzung bestehen, wird jedoch gröber. Zerdrücken Sie den Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei immer weniger mit der Gabel. Zweigen Sie hin und wieder eine kleine Portion von Ihrem eigenen Mittagessen ab, bevor Sie es würzen.

Frühstück und Abendessen: Morgens können Sie Ihr Baby weiterhin stillen bzw. ein Fläschchen geben. Wenn Sie dann selbst frühstücken, lassen Sie es dabei sitzen und etwas trockenes Brot, Zwieback oder Obst knabbern. Allmählich darf auch mal Belag aufs Brot.
Am Abend ist Ihr Kind müde und erschöpft vom Tag. Da darf das Abendessen nicht zu anstrengend ausfallen. Isst ihr Kind seinen Milchbrei noch gerne, können Sie ihn noch beibehalten. Möchte es lieber etwas Festeres, sind kleine Brotstücke mit Butter, Margarine oder auch Frischkäse bestrichen ideal.

Tipp:
Lehnt Ihr Kind den Brei ab und ist Brot essen zu anstrengend, freut es sich vielleicht über weiche Grießschnitten. Kochen Sie dazu 200 ml Milch auf, geben 30 g Vollkorngrieß dazu und lassen Sie es zu einem dicken Brei quellen. Den Brei können Sie nun ca. 2 cm dick auf ein Brett streichen. Nach dem Abkühlen können Sie kleine Stücke daraus schneiden, die Ihr Kind selbstständig essen kann.

 

Quellen:

  • Ministerium für Ernährung und Ländlicher Raum Baden-Württemberg, 2009: Von Anfang an mit Spaß dabei 
  • Forschungsinstitut für Kinderernährung, 2007: Empfehlungen für die Ernährung von Säuglingen
  • Ernährung von Säuglingen, aid, 2006
  • Gätjen, E.: Essenspaß für kleine Kinder, Trias, Stuttgart 2008
  • Largo, Remo H.: Babyjahre, Piper, Okt. 2007
  • Autorin: Sigrid Fellmeth, Dipl.oec.troph; BeKi -Fachfrau
   

Foto: Kinder im Gleichgewicht