mit Kindergartenkind bis 6 Jahre

 

Raum für Spiel und Bewegung

 

Tempo 30 ist zu hoch
In den ersten fünf bis sieben Lebensjahren ist das Wohnumfeld meist der einzige Ort, an dem sich Kinder selbständig bewegen und eigenständig lernen können. Kinder, die in einem Wohnumfeld aufwachsen, in dem sie unbegleitet miteinander spielen können – sind beim Eintritt in den Kindergarten anderen Kindern motorisch und sozial deutlich voraus.

Sie sind nicht nur geschickter sondern können sich beispielsweise auch besser in andere einfühlen. Zwischen einem Viertel und einem Drittel aller Kinder wachsen in einem ungünstigen Umfeld auf. Hauptursache der misslichen Lage ist der Straßenverkehr. Straßen verhindern, dass Kinder selbständig draußen spielen und sich bewegen können, was einem Grundbedürfnis der Kinder entsprechen würde. Spielplätze nützen jüngeren Kindern meist nichts, wenn sie nicht sicher und selbständig erreichbar sind. Tempo 30 auf Quartierstraßen ist immer noch zu hoch. Kinder sind völlig abhängig davon, dass sich Eltern die Zeit nehmen und sie irgendwohin begleiten. Ansonsten sind sie in der Wohnung, und auch hier kann es schwierig sein, dem Bewegungsdrang der Kinder gerecht zu werden. Leider werden dann Fernsehen und Computer die häufigste Beschäftigung für Kinder – auf Kosten der Gesundheit und Lebensqualität.


Wohnraum als Bewegungsraum
Kinder, die nicht selbständig im Freien (auf der Straße, im Quartier, auf dem Spielplatz) spielen können und darum viel Zeit in der Wohnung verbringen, sind im Nachteil. Die Fantasie der Eltern ist gefragt, damit Zimmer zu Freiräumen werden.

Hier einige Vorschläge:

  • Überstellen Sie das Kinderzimmer nicht. Geben Sie den Kindern Raum für Bewegung.
  • Montieren Sie ein Klettertau, eine Strickleiter, ein Kletternetz an der Decke oder Klettergriffe an der Wand.
  • Zeigen Sie ihrem Kind, wie es mit einem Badminton-Schläger zwei Ballone in der Luft halten kann.
  • Üben Sie zusammen mit Ihrem Kind Jonglieren.
  • Erlauben Sie den Kindern, in der Wohnung mit einem Softball zu spielen.
  • Legen Sie ab und zu eine Matratze auf den Boden und lassen Sie die Kinder Kunststücke ausprobieren. Rollen, Kopfstand etc. machen Spaß!
  • Stellen Sie irgendwo ein Trampolin auf, Kinder lieben und brauchen das rhythmische Federn.
  • Ersetzen Sie den Bürostuhl durch einen Gymnastikball. 
Auch im Garten sind motorische Herausforderungen gefragt:

Gummitwist, Schwungseile, Federbälle, Jongliermaterial, Pedalos, größere Trampoline, Klettermöglichkeiten – für jedes Budget und jeden Platz gibt es Ideen ohne Grenzen.


   

Foto: Kinder im Gleichgewicht